„Wenn ich meine Ruhe haben möchte, um mich z.B. auf ein Buch zu konzentrieren, so finde ich dafür Orte in der Schule “, erzählt mir eine Schülerin in Fairhaven. Die Regeln helfen und dienen den Schülern, ihr Lernen zu gestalten.
Ich erlebte keine Sudbury Schule auf meiner Reise, welche auf mich chaotisch wirkte. Speziell die Schule in Fairhaven empfinde ich als sehr ordentlich und gepflegt. Alles hat seinen Platz. Überall hängen Listen aus, in welche sich Schüler eintragen, wenn sie sich z. B. ein Buch oder Spiel ausleihen.

( Wenn ich mir etwas aus einem Raum ausleihe, wie hier im Atelier, muss ich mich mit Darum und Uhrzeit eintragen)
Die meisten Menschen haben das Bild, wenn sie von Sudbury Schulen hören, dass es ziemlich chaotisch sein muss, wenn jeder sein Lernen selbstbestimmt und tun kann was er will. Das ist aber nicht die Realität. Es ist nicht so, dass jeder immer tun kann, was er will. Die Freiheit endet dort, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt wird.
Eine Mitarbeiterin erzählte mir, dass sich manchmal Schüler beschweren, dass es so viele Regeln gibt und sich dadurch nicht so frei fühlen. Wenn irgendein Problem in der Schulversammlung besprochen wird, erkennen sie meist, dass es Sinn macht, hierzu eine Regel gemeinsam aufzustellen. Die Regeln dienen der Schule, der Gemeinschaft und dem Einzelnen. Wenn eine Regel nicht mehr als sinnvoll erachtet wird, kann sie verändert werden. Somit bleibt alles dynamisch.
Das Justizkomitee ist die Instanz, welche Regelverstöße ahndet und Konsequenzen verteilt.
