Faihavens Atelier ist mit Sonne durchflutet. Schüler arbeiten, unterschiedlichen Alter, hochkonzentriert über Stunden an Plastilinarbeiten. Ich mag die Atmosphäre. Jeder wirkt ruhend in sich, völlig in seine eigene Welt versunken. Zwischendurch tauschen sie sich aus, bewundern gegenseitig ihre Arbeiten.
Hierbei fällt mir ein Erfahrungsbericht eines Schülers aus Sudbury Valley ein.
Tag für Tag, Monat für Monat nahm das Dorf vor unseren Augen Gestalt an. Ausgebreitet über einen großen Tisch aus dem Kunst-Raum schien das Modell aus Knetmasse fast real. Oft drängte sich ein Haufen von sechs oder mehr Kindern etliche Stunden um den Tisch, sie plauderten unablässig, während sie versuchten, en miniature perfekte Ebenbilder von allem, was ihnen einfiel, zu erschaffen. Pferde, Bäume, Autos, Trucks, Tiere, Zäune, Menschen – alles. Nicht einfach nur irgendwelche Imitationen, sondern detailgetreue Nachbauten … Alles wurde aus Knetmasse gemacht: gearbeitet, gerollt, modelliert und geformt. Es war ein großes Spiel. Und dieses Spiel dauerte mehr als zwei Jahre. Hilfe von Mitarbeitern war nicht erbeten worden, und es wurde auch keine geleistet. Für die Beteiligten war es ein Spiel. Ernsthaftes, konzentriertes Spiel, ein großes Vergnügen ohne Einschränkungen.
Alle von uns haben die Schule vor vielen Jahren mit einem Schulabschluss verlassen, und es stellte sich heraus, dass es überhaupt keine schlechte Sache war, sich ein Jahr lang oder so fast den ganzen Tag lang mit Plastilin zu beschäftigen!
(Kingdom of Childhood, Kapitel 11, S. 130)


