Startseite Über die Schule Das Konzept im Überblick
Wie wird die Schule geleitet ?

“Das Faszinierende an den Sudbury-Schulen ist, dass es sehr exakt, geordnet und organisiert zugeht.”

Romey Pittman, Mitarbeiterin, Fairhaven School, Maryland


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Alle Aspekte der Verwaltung einer Sudbury-Schule werden durch die Schulversammlung demokratisch bestimmt. Die Schüler und Mitarbeiter haben jeder eine gleiche Stimme. Die meisten Sudbury-Schulen haben ein Gesetzbuch, das typischerweise Regeln über Sicherheit, persönliches Verhalten, Nutzungsmodalitäten von Räumen und bestimmten Ausstattungsgegenständen sowie Regeln über die Schulverwaltung beinhaltet. Um Beschwerden über die Verletzung von Regeln kümmert sich das sogenannte Justizkomitee. Es besteht aus mehreren Schülern und einem Mitarbeiter und entscheidet, wie mit Verstößen gegen die gemeinsam beschlossenen Regeln umgegangen werden soll.

In einer Sudbury Schule werden die Schüler und Schülerinnen auf das Leben in einer Demokratie vorbereitet. Sie lernen im Schulalltag demokratische Verfahrensweisen kennen und entwickeln ein vertieftes Verständnis für die Mechanismen politischer Entscheidungsprozesse und eine zunehmende Fähigkeit, sich aktiv und selbstständig an gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozessen zu beteiligen.

Durch unmittelbare Erfahrung in dem verhältnismäßig kleinen Rahmen der Schule wird erlebt, welche Anforderungen später in Staat und Gesellschaft an einen mündigen Bürger gestellt werden. Zugleich erfahren die Schüler auch, welche Möglichkeiten sich für jeden Einzelnen bei der Mitgestaltung des öffentlichen Lebens bieten.

 
Was bedeutet selbstbestimmtes Lernen?

“Jeder Schüler lernt, mit seinem eigenen, einzigartigen inneren Rythmus und seiner Geschwindigkeit zu arbeiten. Niemand ist ein schneller Lerner, niemand ein langsamer. Gemeinsam ist allen die Suche nach ihrer eigenen Identität, die unbeschädigt und individuell ist, und die, wenn sie erst mal gefunden ist, jeden Bezug zu Zeit als unbedeutend erscheinen lässt.”

Daniel Greenberg, Sudbury Valley School

monika wernz sudbury 3Im Sudbury-Modell kann jeder Schüler frei über seine Zeit verfügen. Jeder Schüler entscheidet selbst, was, wann, wie und mit wem er lernt. Es gibt niemanden, der einen Lehrplan vorgibt. Die Schüler sind frei, Tag für Tag ihre Entwicklung zu bestimmen. Es gibt keine Bewertung dieser individuellen Entscheidungen seitens der Mitarbeiter, das heißt: sofern keine Schulregeln verletzt werden, gelten alle Beschäftigungen als gleichermaßen legitim. Die Schule führt weder Leistungsbewertungen durch noch dokumentiert sie die Tätigkeiten der Schüler. Die meiste Zeit lernen die Kinder und Jugendlichen, indem sie spielen, sich unterhalten, experimentieren, forschen, anderen zusehen oder lesen. Unterrichtskurse kommen nur zustande, wenn Schüler dies ausdrücklich verlangen. Kurse können sowohl von Schülern als auch von Mitarbeitern geleitet werden. Wenn Schüler sich entschließen, einen Kurs zu besuchen, kann die Unterrichtsvereinbarung regelmäßige Teilnahme und sogar Hausaufgaben vorsehen.

Die vollkommene Freiheit für die Ausbildung seiner Fähigkeiten zu haben, verlangt gleichzeitig, seine Möglichkeiten selbstständig zu nutzen und damit die Verantwortung für den eigenen Bildungsweg zu übernehmen.

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Nächsten oder der Gemeinschaft eingeschränkt wird. Die Folgen ihres Handelns erleben die Schüler oft unmittelbar im sozialen Miteinander während des Tagesablaufs. Freiheit und Verantwortung, eingebunden in die strukturierenden Elemente der Schule, führen so zu einer respekt- und vertrauensvollen Atmosphäre.

 

 
Welche Rolle haben die Mitarbeiter?

“Was mich mit Sudbury Valley und ihrer Philosophie verbunden hält, sind meine Beziehungen mit den Kindern dort. Sie fordern mich heraus, und sie lehren mich, und sie helfen mir, aus den Fesseln herauszuwachsen, die die Pädagogik meiner Kindheit mir angelegt hat.”

Hannah Greenberg, Mitarbeiterin Sudbury Valley

Die Mitarbeiter, auch Lernbegleiter genannt, sind für die Schüler da und nehmen sich Zeit, wenn diese es wollen. Sie stehenimg_0487 kopie ihnen zur Seite, wenn ihre Unterstützung beim Erreichen von Zielen benötigt wird. Sie hören zu, beantworten Fragen, sie helfen beim Auffinden von Informationen, sie zeigen, wie man sich selbstständig Unterrichtsstoff aneignet und gehen dabei auf individuelle Lernbedürfnisse ein. Sie geben auf Wunsch der Schüler Unterrichtskurse und helfen ihnen, Ressourcen nutzbar zu machen. Sie sind vielmehr Ansprechpartner für alle möglichen Probleme der Schüler und kümmern sich zudem um Dinge, die zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebes erforderlich sind.

 
Warum selbstbestimmtes Lernen in einer altersgemischten Umgebung?

“Nach einer Weile merkt man die Altersunterschiede gar nicht mehr. Es handelt sich nicht um große und kleine Kinder, kleine Kinder und große Erwachsene. Wir sind alle eine große Gemeinschaft. Jeder ist eine Person, nicht eine Zahl von Jahren.”

Regina Leeb, Schülerin, Booroobing Sudbury School, Australien

 

 In einer Bildungsumgebung, in der jeder selbst bestimmt, womit er seine Zeit verbringt, ist es förderlich, wennmonika wernz sudbury 4Menschen verschiedenen Alterns aufeinandertreffen, weil das Interesse an bestimmten Themen nicht bei allen im selben Alter auftaucht. Jüngere und ältere Kinder lernen voneinander. Durch Altersmischung können wesentliche soziale Erfahrungen durch das gemeinsame Leben aufgebaut und entwickelt werden. Das Miteinander von jüngeren und älteren Schülern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen, Fähigkeiten und Interessen schärft das Bewusstsein für die Individualität des Einzelnen, führt aber andererseits auf der Basis demokratischer Strukturen und des respektvollen Umgangs untereinander zu einer Stärkung des Gemeinschaftsgefühl.

 
Was machen die Schüler nach ihrer Schulzeit?

“Die Sudbury-Schüler sind insofern im Vorteil, als dass sie mehr über sich selbst wissen und darüber, was sie machen wollen. Und sie haben das Selbstvertrauen, ihre Ziele weiterzuverfolgen. Sie lassen sich nicht von anderen erzählen, dass sie zu diesem oder jenem nicht in der Lage seien. Und wenn sie glauben, dass sie es schaffen können, dann lassen sie sich nicht aufhalten. […] Ich denke Sudbury-Schüler haben nie große Probleme gehabt, auf eine Uni zu kommen, oder wohin sie auch immer wollten, weil die Leute einfach diese Schüler sehen. Sie sehen, dass sie selbstbewusst sind und dass sie wissen, was sie tun und wovon sie reden.”

Regina Leeb, Absolventin des Booroobin Sudbuy Democratic Center of Learning, Australien

Die Sudbury Valley School hat zwei Studien über ihre Absolventen in den letzten fast vierzig Jahren veröffentlicht. Danach gehen etwa 80 Prozent der früheren Schüler auf eine Universität oder ein College, davon werden 90 Prozent am College ihrer Wahl aufgenommen. Die anderen entscheiden sich selbstbewusst für verschiedene Berufszweige.

Die Schüler einer Sudbury Schule in Deutschland haben die Möglichkeit, Schulabschlüsse extern zu absolvieren. Entscheidet sich ein Schüler zur Teilnahme an einer Prüfung, erfährt er, die volle Unterstützung der Lernbegleiter, sich die dafür benötigten Lerninhalte des bayrischen Lehrplans anzueignen.

 
Und warum soll es Sudbury-Schulen geben?

 

Modernste psychologische, neurobiologische, pädagogische und auch philosophische Erkenntnisse, unterstützen uns in unserem Anliegen......  wir wollen es mit einfachen Worten ausdrücken:

 

Weil Menschen, die frei, eigenverantwortlich und selbstbestimmend aufgewachsen sind, diese Werte weitertragen werden.

Weil eigenverantwortliche Menschen in der Lage sind, auch Verantwortung im Beruf und in der Gesellschaft zu übernehmen.

Weil Menschen, die sich die Freude am Lernen bewahrt haben, sich mit der Welt weiter drehen.

Weil Menschen, die ihre Lebenswelt mitgestalten, auch die Natur und unserer lebenswichtigen Ressourcen wertschätzen.

Weil Menschen, die ihren Wert kennen, konstruktiv mit Kritik umgehen können.

Weil Menschen, die unabhängig sind von der Bewertung anderer, zufriedenere Menschen sind.

Weil zufriedene Menschen ein Glück für alle sind, die Ihnen begegnen!

 

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                                                       Fotos: Monika Wernz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ich wünsch' mir eine andere Schule

Film-Reportage in Sat 1 - Lebensformen

Filmbeiträge: Monika Manoutschehri
Moderation: Lui Knoll
Redaktion: Hartmut Joisten

Alternatives Lernen - Wie es euch gefällt

Aus: SZ, vom 21.September 2008, von Simone Kosog

An Sudbury-Schulen lernen Kinder ohne Klassen und Noten - und Skeptikern zum Trotz auch ohne Chaos.