| Mangelt es an einer demokratisch geleiteten Schule nicht an Struktur? |
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Fairhaven School:
Überhaupt nicht. Demokratie ist auch in der Hand von jungen Menschen weder Anarchie noch Gewaltherrschaft wie in „Herr der Fliegen“. Demokratie an der Fairhaven School beinhaltet ganz klare Regeln für Ordnung und Leitung der Schule. Die Schulversammlung (School Meeting) trifft sich einmal in der Woche und stellt neue Regeln auf oder streicht bestehende, entscheidet, wie das Budget ausgegeben wird und stellt (einmal im Jahr) Mitarbeiter ein bzw. entlässt sie. Jeder Schüler und jeder Mitarbeiter (Lehrer) hat die Möglichkeit, an der Schulversammlung teilzunehmen und die Leitlinien der Schule zu beeinflussen, indem er von der Kraft des Überzeugens und von der Macht seiner (Wahl-)Stimme Gebrauch macht. Die Schulversammlung wird nach Robert’s Rules of Order geleitet. Die Schüler lernen, Anträge zu ändern, Gleichgesinnte hinter sich zu bringen und mit den Entscheidungen der Mehrheit zu leben. Mit anderen Worten: Die Schüler erfahren das wahre Leben in einer Demokratie, die sich widersprechenden Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen, die Spannungen und das Gleichgewicht zwischen den Rechten des Einzelnen und den Bedürfnissen der Gemeinschaft sowie den unvermeidlichen Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung. Auch bei der Durchsetzung der Regeln gelten Demokratie und rechtsstaatliche Prinzipien. Schüler haben z.B. das Recht auf einen fairen Prozess und das Recht, das Urteil anzufechten. Jeder ist verpflichtet, einen kleinen Teil des Jahres im Justizkomitee tätig zu sein. Der Prozess kann manchmal zeitraubend und bürokratisch sein, wie in jeder Demokratie, aber letztendlich ist es so ein sehr logischer Weg, eine Schule zu leiten, deren Ziel es ist, die Schüler auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. |
Filmbeiträge: Monika Manoutschehri
Moderation: Lui Knoll
Redaktion: Hartmut Joisten